Osteopathie

Die Osteopathie versteht sich als eine manuelle Therapieform, die den Organismus in seiner ganzheitlich verbindenden Struktur versteht und behandelt. Sie sieht sich philosophisch, wissenschaftlich und als Kunst, die beiden vorgenannten Aspekte innerhalb einer Behandlung zu vereinen. Philosophisch betrachtet hat der Mensch das ihm innewohnende Potential, im Krankheitsfall natürlich zu regenerieren und unter der Harmonie aller Körpersysteme Gesundheit zu erhalten.

Mit den Kenntnissen und Erkenntnissen aus Anatomie, Physiologie; Pathologie, Biomechanik und den biologischen Regulationsprinzipien hat sich die Osteopathie bis heute zu einem wissentschaftlich fundierten, anerkannten Behandlungsmodell ent-wickelt.

Die Voraussetzung für Leben und Gesundheit ist Bewegung. Jeder Knochen, jedes Gelenk, allgemein jedes Gewebe ist auf Bewegung angewiesen, hierzu bedarf es eines harmonischen Gleichgewichtes aller Körpersysteme.

Unfälle, Operationen, Narben, Stress, emotionale Belastungen, schlechte, einseitige Ernährung oder Infektionen können dieses Gleichgewicht empfindlich stören.

Überfordern diese negativen Einflüsse dauerhaft den Organismus, so zeigt der Körper dies in einer veränderten Körperhaltung, einer Verschiebung des Hormonhaushaltes oder in einer Störung des Nervensystems. Der daraus resultierende Verlust der Beweglichkeit führt zu einer Einschränkung des Blut- und Lymphsystems. Durch den daraus entstehenden Mangel an Nährstoffen und Sauerstoff kann die Zelle weniger Energie umsetzen und Metaboliten aus dem Stoffwechsel können nicht gut abtransportiert werden.

Nach Meinung und Auffassung des Urhebers und Entwicklers der Osteopathie, des amerikanischen Arztes Dr. Andrew Still im ausgehenden 19.Jahrhundert hängt die Gesundheit entscheidend von der Ver- und Entsorgung des Gewebes über das Blut- und Lymphsystem bei intakter Nervenversorgung ab.

Die Osteopathie gliedert sich in drei Bereiche, die jedoch nur didaktisch voneinander getrennt sind. Jeder Bereich beeinflusst die anderen und steht in kontinuierlicher Wechselwirkung zueinander. Erst dadurch ist Gesundheit und Leben möglich.

1. Parietale Osteopathie

Hier steht der Bewegungsapparat mit seinen dazugehörigen Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern im Focus der Behandlung. Mit den osteopathischen Impulstechniken können sowohl Beckenschiefstände, Wirbelkörperblockierungen, Bandscheibenirritationen, Gelenkeinschränkungen sowie Fasziendistorsionen korrigiert werden. Ziel ist eine verbesserte Biomechanik der Gelenke und eine Spannungsregulierung innerhalb des faszialen Bindegewebes.

2. Viscerale Osteopathie

Ergeben sich aus der Anamnese u.a. Hinweise auf Störungen aus dem Verdauungstrakt (Sodbrennen, Völlegefühl, Verstopfung), funktionelle Herzbeschwerden, chronische Bronchitiden, Nierenbeckenentzündungen oder Störungen innerhalb des kleinen Beckens (Gebärmutterentfernung, Myome, Prostatahyperplasie) so werden die betreffenden inneren Organe Magen, Leber, Darm, Niere, Herz, Lunge, Eierstock, Gebärmutter, Blase oder Prostata mit ihren ligamentären, nervalen und fazialen Verbindungen und Aufhängungen direkt visceral-osteopathisch behandelt.
Ziel ist eine Optimierung der Verdauungsleistung, Verbesserung der Entgiftung sowie eine Harmonisierung des Stoffwechsels.

3. Kraniosakrale Osteopathie

Die Kraniosakrale Osteopathie bezieht die Schädelknochen (Kranium), die Hirnflüssigkeit, die Hirn-, und Rückenmarkshäute und das Kreuzbein (Sakrum) in ihr Denken und Handeln mit ein. Ziel der Behandlung ist eine Mobilisierung der Schädelknochen und die Entspannung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Die Kraniosacrale Osteopathie arbeitet mit dem Kranio-sacralen Rhythmus, der noch feiner ist als der Atemrhythmus oder auch der Pulsschlag.
Grundsätzlich lassen sich alle Regionen des Körpers mit den kraniosacralen Techniken beeinflussen, doch insbesondere kopfnahe Indikationen wie Kopfschmerzen, Zustand nach Schädel-Hirn Trauma, Schwindel, Tinnitus, Nasenneben-, Kieferhöhlenprobleme, eingeschränkte Sehfunktion, Zahn- und Kiefergelenksprobleme.

Sport-Osteopathie

Um funktionellen Einschränkungen bei Deiner Sportart besser zu begegnen, bieten wir ab Oktober 2018 spezielle Sport-Osteopathie an. Mehr dazu findest Du hier: Sport-Osteopathie

Rechtliche Situation in Deutschland

Die Osteopathie gilt als Heilkunde und darf als solche nur vom Arzt oder Heilpraktiker eigenständig ausgeübt werden.
Osteopathisch ausgebildete Physiotherapeuten dürfen hingegen nur im so genannten Delegationsverfahren, also auf Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers im Rahmen des Tätigkeitsbereichs Ihres Berufsbildes osteopathisch arbeiten.
Die Osteopathieverbände empfehlen deshalb allen osteopathisch ausgebildeten Physiotherapeuten – sofern sie eigenständig osteopathisch arbeiten wollen – die Heilpraktikerprüfung abzulegen.

Innerhalb einer osteopathischen Behandlung geht es nicht darum, Symptome oder Krankheiten zu behandeln, sondern die ursächlichen Faktoren für das Entstehen der Störung und der damit verbundenen Funktionseinschränkung zu ermitteln. Dabei wird stets der Mensch als Einheit aus Körper, Geist und Seele gesehen.

Eine osteopathische Behandlung dauert zwischen 30 und 40 Minuten. Der Körper kann etwa zwei bis drei Wochen lang reagieren, das heißt es kann beispielsweise auch zu einer kurzfristigen Verschlimmerung der Beschwerden kommen. Jede neue Therapiesitzung wird individuell auf die Symptome des Patienten abgestimmt. Nach sechsmaliger Behandlung sollte üblicherweise eine Besserung der Beschwerden zu verzeichnen sein. Der genaue Verlauf ist jedoch vom Einzelfall abhängig.